Was ist Kindertagespflege?

Das Kinder- und Jugendhilfegesetz definiert im § 23 die Tagespflege folgendermaßen:

"Kindertagespflege wird von einer geeigneten Tagespflegeperson in ihrem Haushalt oder im Haushalt des Personensorgeberechtigten geleistet."  Kindertagespflege ist also die Betreuung von Kindern außerhalb institutioneller Einrichtungen wie Kinderkrippen oder Kindergärten. 

Vorteile der Kindertagespflege:

  • Im Gegensatz zu Kindertagesstätten ist die Kindertagespflege eine familienähnliche Betreuungsform. Deshalb wird sie häufig von Eltern mit kleinen Kindern unter drei Jahren genutzt.
  • Durch die kleinen Gruppen (maximal 5 Kinder) ist eine individuelle Betreuung möglich.
  • Die Kinder haben nur eine Bezugsperson. Hierdurch erfahren sie große Sicherheit.

Nötige Qualifizierung:

Wer Kinder außerhalb ihrer Wohnung in anderen Räumen während des Tages mehr als 15 Stunden wöchentlich gegen Entgelt länger als drei Monate betreuen will (Tagespflegeperson), bedarf einer Pflegeerlaubnis nach § 43 Sozialgesetzbuch (SGB) VIII. Dazu ist die Teilnahme an entsprechenden Qualifizierungsangeboten erforderlich. Auch im Haushalt der Kindeseltern tätige Kindertagespflegepersonen (Kinderfrauen) benötigen einen Qualifizierungsnachweis. Des Weiteren muss die Teilnahme an einem Erste-Hilfe Kurs zwingend erforderlich.

Rechtsanspruch:

Seit dem 1. August 2013 haben Kinder mit Vollendung des ersten Lebensjahres bis zum Alter von drei Jahren einen Anspruch auf frühkindliche Förderung in Kindertageseinrichtungen oder Kindertagespflege. Es handelt sich hierbei um eine Sozialleistung der Kinder- und Jugendhilfe nach dem Sozialgesetzbuch VIII, die in den Paragrafen 22 bis 26 geregelt ist. Der Umfang des Rechtsanspruches richtet sich dabei nach dem individuellen Bedarf. Der Rechtsanspruch ist sechs Monate vor Inanspruchnahme schriftlich beim Jugendamt anzuzeigen. Für Kinder ab dem Alter von drei Jahren besteht bis zum Schuleintritt der Anspruch auf Förderung in einer Tageseinrichtung. Außerdem wird weiterhin auch für schulpflichtige Kinder ein bedarfsgerechtes Angebot an Tagesbetreuung vorgehalten. Die Leistungsberechtigten haben das Recht, zwischen Einrichtungen und Diensten verschiedener Träger zu wählen und Wünsche hinsichtlich der Gestaltung des Kinderbetreuungsangebotes zu äußern. Den jeweiligen Wünschen soll entsprochen werden, sofern dies nicht mit unverhältnismäßigen Mehrkosten verbunden ist (SGBVIII Paragraf 5 Abs. 2). Das Wunsch- und Wahlrecht ist stets beschränkt auf das tatsächlich zur Verfügung stehende Angebot. Den Wünschen kann demnach nur dann entsprochen werden, wenn Plätze in Tageseinrichtungen bzw. Kindertagespflege vorhanden und verfügbar sind. Ab der Vollendung des dritten Lebensjahres ist die Betreuung in einer Kindertageseinrichtung vorrangig vor der Kindertagespflege. Für Kinder im Grundschulalter hat das Betreuungsangebot der Grundschule Vorrang. Kindertagespflege wird ab dem dritten Lebensjahr nur ergänzend bewilligt.

 

Quelle: Familienbüro Stadt Siegen